Die Stadt Hvar wird oft als das Kronjuwel der Adria bezeichnet, und jeder, der durch ihre Marmorstraßen geschlendert ist, versteht warum. Jenseits der Postkartenmotive des von Yachten gesäumten Hafens und der imposanten spanischen Festung, die die Bucht überragt, verbirgt die Altstadt ein Labyrinth aus Steingassen, ruhigen Innenhöfen und jahrhundertealter Architektur, das den meisten Tagesausflüglern verborgen bleibt.
Jenseits des Stephansplatzes
Die meisten Besucher beginnen ihren Rundgang am Stephansplatz, dem größten Platz Dalmatiens, dessen Mittelpunkt die Kathedrale St. Stephan aus dem 16. Jahrhundert bildet. Ihr Glockenturm, der über mehrere Jahrhunderte in Etappen erbaut wurde, bietet bei Sonnenuntergang eine beeindruckende Silhouette vor dem Himmel. Was viele jedoch übersehen, ist das Netz enger Gassen, die vom Platz abzweigen. Schlendert man nach Norden, gelangt man über Steintreppen zwischen mit Bougainvillea bewachsenen Häusern, wo sich Wäscheleinen über den Köpfen kreuzen und das Geräusch der eigenen Schritte über weite Strecken das einzige Geräusch ist.
Das Arsenal und Theater
Direkt am Hafen erhebt sich das Arsenal, ein Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das einst die Galeeren der Stadt beherbergte und heute Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen präsentiert. Darüber thront eines der ältesten öffentlichen Theater Europas, erbaut 1612 – ein Zeugnis dafür, dass Hvar lange vor seiner touristischen Blütezeit ein bedeutendes Kulturzentrum war. Ein kurzer Besuch im Inneren vermittelt einen Eindruck davon, wie sich die Elite der Insel in der venezianischen Ära vergnügte, und der geringe Eintrittspreis lohnt sich für Geschichtsinteressierte allemal.
Franziskanerkloster und Blick auf den Glockenturm
Ein kurzer Spaziergang südlich entlang der Uferpromenade führt zum Franziskanerkloster mit seinem friedlichen Klostergarten und einem kleinen Museum, das Gemälde, darunter ein bemerkenswertes Abendmahlsbild, beherbergt. Vom angrenzenden Glockenturm aus bietet sich einer der schönsten Panoramablicke auf den Hafen – womöglich sogar schöner als der überfüllte Aussichtspunkt an der Spanischen Festung, und das bei deutlich weniger Besuchern.
Wo die Einheimischen tatsächlich essen
Meiden Sie die Restaurants direkt an der Promenade, wo die Preise für die Aussicht überhöht sind, und gehen Sie stattdessen zwei oder drei Straßen weiter. In den Wohngassen versteckt finden Sie kleine Konobas, die frischen Fisch, schwarzes Risotto und hausgemachte Pasta mit Trüffel servieren. Oftmals sind sie nur mit einer handgeschriebenen Speisekarte gekennzeichnet. Fragen Sie Einheimische nach Empfehlungen, anstatt sich ausschließlich auf Bewertungs-Apps zu verlassen. Hvars Gastronomieszene belohnt diejenigen, die bereit sind, sich umzuhören.
Planen Sie Ihren Besuch
Die Altstadt von Hvar erwacht schnell zum Leben, sobald Kreuzfahrtschiffe und Fähren eintreffen, typischerweise vom späten Vormittag bis zum späten Nachmittag in der Hochsaison. Frühaufsteher, die vor 9 Uhr morgens die Stadt erkunden, erleben den Platz fast menschenleer, nur die Ladenbesitzer haben ihre Rollläden hochgezogen und vereinzelt verkaufen Fischer ihren Fang des Morgens in Hafennähe. Abends nach 21 Uhr herrscht eine ähnliche Ruhe, sobald die Tagesausflügler mit den letzten Fähren zurück zum Festland abgefahren sind.
Raus aufs Wasser
Während die Altstadt selbst mindestens einen ganzen Tag für eine entspannte Erkundung verdient, finden viele Besucher, dass ein Hvar-Urlaub ohne eine Bootstour entlang der Küste nicht komplett ist. Die Klippen, versteckten Buchten und nahegelegenen Inseln sind zu Fuß schlichtweg unerreichbar, und der Hafen der Stadt bietet ideale Voraussetzungen für einen Ausflug. Für Reisende, die den historischen Charme der Altstadt mit Zeit auf See verbinden möchten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten… Mieten Sie ein Boot auf Hvar Reisende verlassen sich auf die Angebote direkt am Wasser, sodass man problemlos einen Vormittag in alten Steinstraßen und einen Nachmittag vor Anker in einer ruhigen Bucht verbringen kann.
Praktische Tipps
Die Altstadt ist eine reine Fußgängerzone. Die Marmorstraßen können bei Nässe oder Abnutzung rutschig werden, daher sind feste Schuhe besser geeignet als Sandalen. Die meisten Geschäfte schließen während der heißesten Nachmittagszeit für einige Stunden – eine Tradition, die man respektieren und bei einem gemütlichen Kaffee in einem der Cafés am Marktplatz genießen kann. Öffentliche Toiletten sind rar, planen Sie Ihren Besuch daher entsprechend. Beachten Sie außerdem, dass viele der kleineren Museen und Kirchen nur Bargeld akzeptieren.
Die Altstadt von Hvar belohnt Neugierde. Der Hauptplatz ist ein guter Ausgangspunkt, doch der wahre Charakter der Stadt offenbart sich in ihren Seitenstraßen, ihren stillen Klöstern und dem Rhythmus des Alltags, der sich unter dem Touristenrummel darüber weitgehend unverändert fortsetzt.
Die Altstadt von Hvar bietet weit mehr als ihren berühmten Hafen und Hauptplatz. Durch die Erkundung ruhiger Gassen, historischer Sehenswürdigkeiten, lokaler Restaurants und der nahegelegenen Küste können Besucher eine authentischere Seite von Hvar entdecken und den Charakter hinter ihrer Beliebtheit kennenlernen.
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